Bestellung, Verpackung, erste Eindrücke
Wie ein „Premium“‒Produkt schon beim Auspacken stolpert
Ich habe schon viele Nahrungsergänzungsmittel getestet, von Vitamin‒Drinks bis Detox‒Pulver. Doch pureSGP fällt sofort auf: Es schreit „Vertrau mir“. Das Design wirkt edel, die Farben abgestimmt, das Logo wie aus einer Pharma‒Kampagne. Schwarz = Seriosität. Pink = Weiblichkeit. Gemeinsam: psychologisch perfekt. Ich bestelle über den offiziellen Shop. Kein Amazon, keine Kooperation. Bezahlung läuft reibungslos, Versandankündigung kommt innerhalb von Minuten, erstaunlich professionell. Zwei Tage später klingelt der Paketbote: flacher Karton, dezent bedruckt, keine Werbung außen. Punkt für Diskretion.
Beim Öffnen jedoch die erste Irritation: Das Pulver riecht durch den Karton hindurch leicht süßlich‒synthetisch. Ich nehme die Dose heraus. Sie ist makellos, aber der Alu‒Deckel hat einen kleinen Riss, kaum sichtbar, aber vorhanden. Ich recherchiere. Dutzende Bewertungen berichten genau dasselbe.
Notiz aus meinem Testjournal, Tag 1:
„Wenn 10 % der Dosen nicht dicht sind, ist das kein Einzelfall, es ist Systemfehler oder Sparmaßnahme.“
Die Dose selbst ist zu drei Vierteln gefüllt. Das ist technisch korrekt (Luftvolumen = Platz für Messlöffel), sieht aber nach „Luft verkaufen“ aus. Innen liegt kein Beipackzettel, keine Produktinformation, keine Einnahmeempfehlung außer dem winzigen Druck auf der Rückseite. Bei einem „Premiumprodukt“ hätte ich mehr erwartet: eine Erklärung, eine Herkunft, irgendetwas, das Vertrauen schafft.
Erster Test: Geschmack & Geruch
Ich öffne vorsichtig. Ein leichter Hauch von Rinderprotein, nicht unangenehm, aber meilenweit von „geschmacksneutral“. Ich mische es in kaltes Wasser: Es klumpt. Ich mische es in heißen Tee: besser, aber immer noch kleine Schlieren. Ich versuche Kaffee, Joghurt, Smoothie. Nach Tag 3 schmeckt mein Frühstück wie eine Mischung aus Brühe und Vanillepudding ohne Zucker. Wenn ein Pulver behauptet, keinen Eigengeschmack zu haben, warum schmeckt dann plötzlich alles nach Tierfutter? Nach einer Woche merke ich, dass mich weniger der Geschmack stört, sondern das Misstrauen, das er auslöst. Ich frage mich, wie ein Produkt, das angeblich „in deutschen Apotheken erhältlich“ ist, so unappetitlich wirken kann.
Transparenz & Qualität
Was steckt wirklich drin? Und wer steckt dahinter?
Die Community-Stimme
Käufermeinungen zwischen Begeisterung, Ekel und Enttäuschung.
Ich habe kein Labor, aber gesunden Menschenverstand und eine Lupe fürs Kleingedruckte. Ich schreibe über Produkte, die überall beworben werden, und prüfe, ob sie halten, was sie versprechen. Mein Motto: „Ehrlichkeit ist die beste Schönheitsroutine.“
48 Jahre, Hamburg